Spätestens seit der Netflix-Serie “13 Reasons why” (dt.: “Tote Mädchen lügen nicht”) ist das Tabuthema Suizid etwas aus dem Schatten getreten. Zwar spaltet diese Serie die Gemüter, doch sie spricht ein wichtiges Thema an, das lange Zeit nicht angesprochen und totgeschwiegen (entschuldige, die Wortwahl) wurde.

Angstzustände und Depressionen sind häufiger verbreitet als man denkt und Suizid zählt als die  zweithäufigste Todesursache unter jungen Menschen. Denn in einer schweren Krise weiß man oft nicht weiter und sieht keinen anderen Ausweg mehr. Genau dann würde darüber reden helfen. Doch da kommt wieder die Sache mit dem Tabuthema.

Deswegen hat es sich die [U25] der Caritas zur Aufgabe gemacht, hier Hilfe zugeben und als Anlaufstelle zu dienen. Denn ein Gespräch kann helfen!

2018 rückt die Caritas mit ihrer Kampagne #Dubistmirwichtig das Thema in das Licht der Öffentlichkeit. Dabei wählt sie neue Wege, um die Gesellschaft zu erreichen: Über den Song des Sänger Jonas Monar und das Online-Spiel “OneLifeOnly”. Nach dem Spiel wird es zu einer Notfall-App der [U25] Online-Suizidprävention der Caritas.

Neben der bundesweiten Kampagne fährt am 13.10.2018 die Berliner Ringbahn S41 unter dem Motto “Ein Gespräch kann Leben retten” durch unsere Hauptstadt.

Über die Aktion:

Neben der eigens für diese Aktion gestaltete S-Bahn, die 6 Stunden auf dem Ring durch Berlin fährt, verteilen auch rund 50 ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen Informationsmaterial und beantworten Fragen. Am Bahnhof Südkreuz gibt es während der Aktion einen Informationsstand, der unter anderem die Hilfsangebote vorstellt.

Was du über Suizidprävention wissen solltest:

  • 80% alles Suizide werden vorher angekündigt. Das Vorurteil “Wer darüber spricht, tut’s eh nicht” gilt also nicht.
  • Das Problem “Suizidabsicht” anzusprechen, bringt niemanden erst auf die Idee. Sollte jemand diese Absicht hegen, hatte er sie schon vorher.
  • Schönreden der Situation macht diese meist noch schlimmer.
  • Leere Versprechungen sind kontraproduktiv.

So kannst du helfen, wenn du Anzeichen für eine Suizidabsicht erkennst:

  • Höre der Person zu und nimm die Situation ernst
  • Zeige der Person, dass sie nicht alleine ist und du sie und ihre Probleme ernst nimmst
  • Sei geduldig – manche Menschen brauchen Zeit, um sich anderen zu öffnen
  • Sprich den Selbstmordverdacht an und frage genau nach, um alle Informationen zu bekommen
  • Biete deine Unterstützung an, Hilfe zu suchen und gemeinsam dort hinzugehen
  • Achte auch auf deine persönlichen Grenzen und suche dir gegebenenfalls Hilfe

Hier findest du Anlaufstellen zur Suizidprävention:

Anlaufstellen Berlin Suizidprävention

Mehr Informationen findest du bei der Online-Suizidprävention [U25] der Caritas.