Sonennuntergang mit Blick auf Seebrücke in Heiligendamm

Ich liebe mein Berlin, mit all seinen Ecken und Kanten. Doch manchmal wird es mir hier ein bisschen zu bunt: zu viel Möglichkeiten, zu viele Menschen, einfach zu viel Großstadt. Damit ich nicht – wie viele andere schon zu oft – den Großstadtkoller erleide, muss ich manchmal hier raus; eine Berlin-Flucht sozusagen.
Jetzt im Frühling ist mal wieder so eine perfekte Zeit, um die deutsche Hauptstadt für ein paar Tage hinter sich zu lassen. Zwar lockt sie gerade jetzt noch mehr Menschen an, aber genau das bringt noch mehr Chaos.
Da die heimischen Berge von hier aus einfach viel zu weit weg sind und 6 Stunden in Bahn, Bus oder Auto nicht gerade den höchsten Entspannungsfaktor haben, ist der perfekte Ort für ein paar Tage Ruhe, na wer erräts? – genau, die Ostsee.

Diesmal wurde ein kleines Örtchen in der Nähe von Bad Doberan mein “Heimathafen”. Warum genau dort? Ein bisschen aus Preisfrage und Entdeckerherz haben hier dazu gespielt.
Die Preisfrage: die Luft an der Ostsee und die Meeresnähe tut jeder Seele gut. Das schlägt sich leider auch in den Preisen für die Unterkünfte nieder. Wer also nicht gerade einen Wellness-Urlaub mit allem Drum und Dran will, ist mit einem Airbnb in der näheren Umgebung der Seebäder gut beraten.
Das Entdeckerherz: Von Bad Doberan aus, lassen sich doch die ein oder anderen netten Örtchen entdecken, die nur so zum Ausspannen einladen.

Klar, sind nun nicht alle Orte, um den Kurort so spannend und sehenswert, dass man dort zwingend hinmuss. Doch auf meiner kleinen Auszeit, hab ich das ein oder andere Städtchen gefunden, die ich wärmstens empfehlen kann. Spoiler-Alarm: sie liegen alle nicht mehr als 30 Minuten mit dem Auto von meinem gewählten Ausgangsort weg.
 

Kühlungsborn

Strand von Kühlungsborn mit Strandkörben, Blick von Seebrücke

Seebrücke von Kühlungsborn, Blick Richtung Kurort

Als ich das erste Mal von Kühlungsborn hörte, konnte ich mir kein wirkliches Bild davon vorstellen: irgendwie eine Mischung aus Rentnertreff und Kindergarten. Zwar hat mir eine Freundin in den buntesten Farben von dem kleinen Seebad vorgeschwärmt, dennoch war ich etwas verhalten, als wir es zu unserem ersten Erkundungsstopp auserkoren hatten.
Doch wie immer kam es anders, als man denkt. Natürlich trifft man hier viele Rentner und Familien mit kleinen Kindern an, das tut aber der Atmosphäre des Ortes keinen Schaden an.
Das Highlight hier ist selbstverständlich der Strand und die Seebrücke. Wie für die meisten Seebäder üblich, muss für die Nutzung des Strandes eine Kurabgabe bezahlt werden. Davon wird man jedoch nicht arm und kann sich über einen tollen Strand erfreuen.

Kurabgabe
Oktober bis April: 1 €
Mai- September: 2 €
Vorsicht: Kurabgabe muss an einem Automaten bezahlt werden, der nicht wechselt. Also passende Münzen dabei haben.

 
Wem den ganzen Tag am Strand liegen und die Füße ins kühle Nass halten zu langweilig ist, kann ein bisschen die Einkaufspromenade entlang bummeln. Hier reiht sich ein Geschäft ans nächste. Und ja auch unter 65 Jahren findet man hier ein paar nette Teile, für die man seinen Geldbeutel erleichtern möchte.
Als kleine Stärkung zwischendurch wartet die Bäckerei Junge – die Franzbrötchen kann ich nur empfehlen.

What do in Kühlungsborn?

  • Den Strand genießen
  • Franzbrötchen in der Bäckerei Junge essen
  • Die Einkaufspromenade entlang bummeln

 

Heiligendamm

Blick von Strandpromenade auf das Meer und Seebrücke bei Sonnenuntergang

Blick von Strand auf Seebrücke

Heiligendamm ist das älteste Seebad Deutschlands, wenn nicht sogar Europas. Schon um 1850 konnte man hier seiner Seele etwas Gutes tun und die frische Seeluft schnuppern. Deswegen reihen sich hier am Strand eine tolle alte Villa an die nächste. Manche bereits renoviert, manche nicht. Durch die Anordnung bilden die Gebäude fast eine kleine Wand aus weißen Häusern, weswegen Heiligendamm auch “Weiße Stadt am Meer” genannt wird.

Neben den tollen Villen gibt es hier auch einen tollen Strand (auch hier wird eine Kurabgabe verlangt), sowie eine lange Promenade und eine Seebrücke. Gerade für den Sonnenuntergang ist dieser Ort perfekt, da man einen so weiten und unverbauten Blick aufs Meer hat.
Für noch mehr Nostalgie kann man in das Ostseebad mit der Molli – der Bäderbahn – anreisen. Die Haltestelle ist direkt an der Hauptstraße. Zum Strand kommt man durch den Kurwald.

What to do in Heiligendamm?

  • Den Sonnenuntergang beliebäugeln
  • Die alten Villen bestaunen
  • Die lange Strandpromenade entlang flanieren

 

Warnemünde

Blick von Promenade auf Segelboote in Yachthafen des alten Stroms in Warnemünde

Blick von Schiff auf GirlandeAch, Warnemünde ist ein Träumchen. Der Strand, der kleine Hafen, die Altstadt, die Fischstände. Ein bisschen wie im Bilderbuch. Natürlich zieht das auch viele Touristen an. Wer also auf ein einsames altes Fischerdorf hofft, ist mit Warnemünde falsch beraten. Wer aber gern einen Tag am Meer mit allem Drum und Dran erleben will, der ist hier genau richtig.
Der lange Strand schreit gerade dazu hier ein bisschen zu verweilen. Sei es zum Spazieren, Beachvolleyball spielen, plantschen und einfach nur die Sonne genießen. Hier ist genug Platz, um sich auszutoben. Natürlich gibt es hier auch die Ostsee-typischen Strandkörbe, um sich ein bisschen gegen den Meereswind zu schützen. Für das Ibiza-Feeling gibt es eine Strandbar am Ende der Seepromenade. Hier gibt es leckere Cocktails und Musik – natürlich alles in weiß gehalten.
Am alten Strom – dem Hafen Warnemündes – reiht sich ein Geschäft ans andere. Hier kann man schlemmen, shoppen und es sich gut gehen lassen. Auf der Strandseite der Promenade reihen sich schwimmende Backfisch-Stände an Hafenrundfahrtsdampfer. Beides kann ich nur sehr empfehlen. Auf einer Hafenrundfahrt sieht man nicht nur die verschiedenen Häfen Warnemündes, sondern bekommt auch noch interessante Infos dazu.
Auf der anderen Seite des alten Stroms finden sich ebenfalls Lokale und kleine Geschäfte. Auch hier kann man Fisch kaufen, doch eher in der geräucherten Version und an kleinen Ständchen am Hafen. So ein Matjesbrötchen in der Sonne ist schon was feines, sag ich dir.

What to do in Warnemünde?

  • Den Strand genießen
  • Cocktails in der Strandbar genießen
  • Matjesbrötchen essen am alten Strom
  • Hafenrundfahrt

 

Wismar

Blick auf Bach in Wismarer Altstadt

Blick von Hafenpromenade auf Hafenbecken in WismatWismar war bis vor kurzem gar nicht auf meine Karte der Ostseestädte. Ganz zu Unrecht, wie ich herausgefunden habe. Die Hansestadt hat neben ihren verschiedenen Häfen und den zahlreichen guten Fischlokalen herum, auch eine wunderschöne Altstadt. Hier ziehen sich viele kleine Gässchen mit bunten Häusern und Kopfsteinpflaster. Daran kann man sich so schon fast nicht satt sehen. Dazu kommt noch der Bach Grube, der mitten durch die Stadt fließt und das idyllische Bild perfekt macht. Wem alte Gebäude zu wenig Kultur und Architektur sind, der kann sich an den vielen Kirchen wie der St. Laurentius oder der Nikolaikirche austoben.
Auch das Shoppingherz kommt hier nicht zu kurz. In den bunten Altstadthäusern lassen sich nette Boutiquen finden, in denen man das ein oder andere neue Lieblingsteil finden kann.
Zur Erholung geht es zum Marktplatz. Hier kann man mit einem leckeren Franzbrötchen den emsigen Wismarern zu schauen und – mal wieder – die schicken Häuser betrachten.

What to do in Wismar?

  • Durch die Gassen der Altstadt schlendern
  • Franzbrötchen am Marktplatz essen
  • Durch die kleinen Boutiquen in der Altstadt bummeln
  • Fischbrötchen am alten Hafen essen

 

Bad Doberan

Blick auf Brücke im Klosterpark in Bad Doberan

Last, but not least: Bad Doberan. Der kleine Kurort nähe Rostock mag jetzt nicht der spektakulärste und aufregendste Ort an der deutschen Ostseeküste sein. Dennoch versprüht er einen gewissen Charme mit den Kurhäusern, Parks und dem alten Kloster. Wahrscheinlich der perfekte Ort für viel Ruhe und um Energie zu tanken.
Im Moorbad kann man entspannen, im Klosterladen die ein oder andere Leckerei gestehen und im Park einfach ein bisschen die Ruhe genießen.
Wem das zu fade ist, die restlichen Orte sind ja nicht weit entfernt und die Molli bringt dich überall hin.

What to do in Bad Doberan:

  • Im Moorbad entspannen
  • Regionales kaufen im Klosterladen
  • Durch die Kurparks spazieren und die Ruhe genießen