Spitzkoppe Namibia: Berge und Wüste mal anders
Als wir unseren Roadtrip durch Namibia geplant haben, wurde mir gesagt wir müssen auch unbedingt zur Spitzkoppe. Wie so oft bei dieser Reise hatte ich keine Vorstellung. Trotzdem wurde der Ort mit in die Reiseplanung aufgenommen und dann ging’s vom doch recht kühlen Swakopmund in den Nationalpark. Dort angekommen war ich von diesem Ort schon am Eingang begeistert.
Was ist die Spitzkoppe?
Die Spitzkoppe eine Gruppe von Granitbergen, die sich dramatisch aus der Namib-Wüste erheben. Dabei sind das aber keine kleine Hügelchen, sondern faszinierende Granitformationen, die ich in so eine Art noch nie gesehen hab. Oder hast du schon mal Granitkugeln aufeinander gesehen ohne menschliches Zutun? Dazu sind die Berge hier nicht grau, sondern leuchtendes Orange und sehen irgendwie aus wie geschnitzt und glattpoliert. Das in Kombination mit dem meist blauen Himmel und Sonne ist einfach ein fantastisches Bild. Kein Wunder also, dass die Spitzekoppe in Namibia eine wichtige Sehenswürdigkeit ist. Wobei ich dafür aber mit mehr Touristen hier gerechnet hatte. Man konnte hier ganz in Ruhe rumlaufen und auf die Felsen klettern – ohne Schlange stehen zu müssen oder gedrängt zu werden. Apropos auf die Felsen klettern: das solltest du bei einem Besuch der Spitzkoppe in Namibia auf jeden Fall machen. Es ist für die meisten Felsengruppen nicht sonderlich anstrengend noch braucht man dafür Klettererfahrung oder eine Ausrüstung. Der Ausblick ist auf jeden Fall sehr toll. Ich hätte hier allgemein Stunden rumlaufen können und mir jedes einzelne Fitzelchen anschauen und fotografieren können. Warum ichs nicht gemacht hab? Weil es hier unglaublich heiß werden kann. Vor allem, wenn man vom dem doch recht frischen Swakopmund kommt, ist es ein echter Temperaturschock und dabei waren wir hier im Winter.


Ein Ort voller Geschichte und Kultur
Die Spitzkoppe ist weit mehr als nur ein Instagram-Hotspot. Hier gibt es unglaublich viel Geschichte. Neben der beeindruckenden geologischen Geschichte (das Gestein hier ist 120 Millionen Jahre alt), lebten hier die San, eines der ältesten indigenen Völker des südlichen Afrika, über Jahrtausende. Zwar leben sie heute nicht mehr in Spitzkoppe aber ihre Spuren finden sich immer noch. Im Bushman’s Paradise findes du 2.000 bis 4.000 Jahre alten Felsmalereien der San, mit denen sie Informationen über Tiere, Jagd und ihrem Leben weitergaben. Seit 1954 sind diese als Nationales Denkmal geschützt. Natürlich kannst du diese Besuchen, aber mittlerweile nur mehr mit einem Guide. Diesen musst du nicht zwingend vorher buchen, sondern kannst einfach an die ausgeschilterte Stelle während der normalen Nationalpark-Öffnungszeiten kommen und dort wird einer auf dich warten.


Warum die Spitzkoppe auf jede Bucket List gehört
Fotografie-Paradies
Wer eine Fotografie-Maus wie ich ist, wird es hier auf jeden Fall lieben. Das Naturzusammenspiel von Farben und Formen ist hier einfach so faszinierend, dass man gar nicht mehr aufhören will auf den Auslöser zu drücken. Ich hab hier bestimmt 400 Bilder gemacht und dabei war ich nicht mal zur spektakulärsten Zeit hier. Die ist nämlich Sonnenauf- und -untergang. Vor allem der “Arch Rock” ist ein beliebtes Motiv, entsprechen busy ist es hier dann aber auch.
Abenteuer für jedes Level
Wenn man an der Spitzkoppe ist, ist eine Wanderung ein Muss. Gut, dass es auch ein Ort ist, an dem wirklich für jeden was dabei ist. Hier kannst du eine gemütliche Wanderung zwischen bizarren Felsformationen amchen, aber auch anspruchsvolle Klettertour. Dieser Nationalpark bietet etwa 150 verschiedene Kletterrouten für alle Schwierigkeitsgrade. Wir haben beispielsweise nur ein paar kleinere Wanderungen gemacht und waren dennoch mehr als nur fasziniert von diesem besonderen Ort in Namibia.
Faszination Natur
Die Spitzkoppe ist mir aber nicht nur als Ort für Fotos und Wanderungen in Erinnerungen geblieben, sondern vor allem, weil er mir mal wieder gezeigt hat, wie krass unsere Natur ist. Das Gestein ist Millionen von Jahren alt und durch Erosion und klimatische Veränderungen hat es seine heutige Form erhalten. Obwohl wir hier mitten in der Wüste sind, wachsen hier einfach Pflanzen auf dem Gestein und zwar nicht irgendwo am Fuß des Berges, sondern oft einfach oben auf dem Gipfel.


Praktische Tipps für den perfekten Besuch der Spitzkoppe
Beste Reisezeit
Die kühleren Monate von Mai bis September (Winter und Sommer sind gegengesetzt von uns) sind hier ideal. Die Temperaturen sind dann erträglicher für Outdoor-Aktivitäten, obwohl es auch da schon recht heiß werden kann, während es in den Sommermonaten (November bis Februar) zu heiß werden kann.
Campingmöglichkeiten
Wer sich in der Spitzkoppe gern die Naturschauspiele von Sonnenaufgang und -untergang wie auch den klaren Sternenhimmel anschauen will, der kann hier campen. Das Community Camp bietet rustikale Stellplätze mit Feuerstelle und ein Plumpsklo. Kosten: Etwa 8€ für Tagesbesucher, 13€ pro Person und Nacht für Übernachtungen. Das solltest du aber unbedingt vorab reservieren.
Sicherheit
So schön die Gesteinsgruppen aussehen, so trügerisch sind sie. Sie mögen harmlos scheinen, aber können ganz schön rutschig und steil sein – was schnell gefährlich werden kann. Gerade bei den anspruchsvolleren Touren sollte man einen lokal Guide auf jeden Fall mitnehmen. Die kennen nämlich das Geländer wie ihre Westentasche und wissen, wo die Gefahren liegen.
Was du unbedingt mit auf deinen Ausflug an die Spitzkoppe mitnehmen solltest:
- Ausreichend Wasser (mindestens 3-4 Liter pro Person/Tag)
- Sonnenschutz und feste Wanderschuhe
- Powerbank für die Kamera – bei so vielen Fotomotiven ist der Akku schnell leer
Wer hier übernachtet sollte auch unbedingt warme Kleidung für nachts mitbringen.
Lohnt sich also ein Ausflug an der Spitzekoppe?
Ich war ja vor meinem Besuch an der Spitzkoppe etwas skeptisch. Was sind an ein paar Felsen in der Wüste so besonders? Als ich dann da war, kam das große WOW! Ich kann dir nicht genau sagen, was mich am meisten fasziniert hat: die Formationen, die Weite oder die Vegetation (ich komm einfach nicht drüber hinweg, dass da Baume auf den Berggipfeln wachsen). Es war auf jeden Fall ein ganz besonderes Erlebnis, welches ich nicht missen möchte. Wenn du also in der Gegend bist, besuch die Spitzkoppe auf jeden Fall.


