Straße in Brüssel, Belgien während der goldenen Stunde

Brüssel – Hauptstadt Europas und wahrscheinlich auf vielen Reiselisten. In wenigen Städten treffen so viele verschiedene Facetten aufeinander wie hier: Geschichte, Kunst, Kulturen, Technik und Politik – alles an einem Ort. Deshalb lohnt sich eine Reise nach Brüssel immer. Nicht zuletzt wegen den günstigen Flügen dorthin dank Ryanair und Co. Doch wie erkundet man die belgische Hauptstadt bei einem Kurztrip? Hier sind meine Tipps für einen Tag in Brüssel:

 

Bar und Einrichtung des Cafés Charlie Salé in Brüssel
Croissant Perdu (Croissant mit Schinken und Käse gefüllt, in Ei ausgebacken) mit Salatbeilage und schwarzem Kaffee

Frühstück bei Charli Salé

Das szenige Café ist zwischen den Metro-Stationen Bourse und Saint-Catherine gelegen und gehört zur stadtbekannten Bäckerei Charli, welche direkt gegenüber ist. Hier gibt es neben Sandwiches, Smoothie-Bowls und frischen Säften ein tolles Angebot an Frühstücksoptionen wie verschiedenen Arten an Eiern und Backwaren. Dazu gibt es leckeren Kaffee.
Mein Tipp: Das Croissant Perdu – ein mit Schinken und Käse gefülltes, in Ei rausgebackenes Croissant mit Salatbeilage.

 

Bunte Häuser der Restaurants am Place Sainte Catherine in Brüssel, Belgien
Atomium in Brüssel, Belgien

Place Saint-Catherine & Atomium in der Morgensonne

Der Place Saint-Catherine liegt gleich ums Eck des Charlie Salé. Früher war hier die Anlegestelle für Handelsschiffe. Deshalb reiht sich ein Fischrestaurant an das nächsten entlang des Platzes. Das Ende ziert eine alte gotische Kirche.
Von hier aus geht es mit der Metro zum bekanntesten Wahrzeichen Brüssels: zum Atomium. Es liegt etwas weiter außerhalb der Innenstadt, doch auf der knappen halben Stunde Fahrt dorthin kann man vom Zug aus ein bisschen der verschiedenen Viertel der Stadt erkennen. Gerade vormittags lohnt sich ein Besuch des übergroßen Eisenkristallmoleküls: es ist noch nicht so viel los und in der Morgensonne glänzt die Statue in ihrem neuen Aluminumkleid noch beeindruckender. Warum das Atomium existiert? Es wurde 1958 zur damaligen Expos als Zeichen des ungebrochenen Fortschrittsglauben gebaut. Für ca. 13 € kann man die Aussieht aus dem Kugeln des Atoms genießen. Wem das zu viel ist, kann ein wenig die Natur in den Parks außen herum genießen.

 

Straße mit alten Häuserfassanden in Saint Gilles, Brüssel, Belgien
Letztes erhaltenes Stadttor Brüssels: Porte de Hale
gotisches Rathaus des Stadtteils Saint Gilles in Brüssel, Belgien

Die Schönheit des Brüssels Südens bewundern

Von Technik weiter zu Architektur. Mit der Metro geht es weiter in den Süden der Stadt, nach Saint-Gilles. Hier steht das letzte noch erhaltene Stadttor: Porte de Hale. Bei einem kleinen Spaziergang durch die kleinen Straße hoch bis zum Hotel de Ville (Rathaus) des Stadtteils kann man die vielen tollen Fassaden der Häuser beliebäugeln – ganz ohne Gedränge und Touristenlärm um sich herum. So kann man die belgische Hauptstadt mal in Ruhe auf sich wirken lassen.

 

Brüsseler Waffel auf Pappteller mit Schlagsahne und Schokostreusel

Für den kleinen Hunger zwischendurch

Auch der fleißigste Entdecker wird mal hungrig und braucht eine Pause. Was isst man als kleinen Snack zwischendurch in Brüssel? Genau, eine Waffel Brüsseler Art. Was macht diese aus? Sie wird aus einem buttrigen Teig gebacken und nur mit Zucker bestäubt. Gerade in der touristischen Gegend findet man kleine Waffelbäckereien an jeder zweiten Ecke. Dazu gibt es noch kleine Lieferwagen, aus denen die belgische Leckereien verkauft wird. Natürlich gibt es die Waffeln auch mit vielen verschiedenen Toppings. Wer sich nicht als Tourist verraten will, der sollte dabei jedoch etwas vorsichtig sein (Ich konnte aber der Sahne und Schokoladensauce auch nicht wiederstehen – man gönnt sich ja sonst nichts).

 

Gildehäuser mit goldenen Verzierungen am Grote Markt in Brüssel, Belgien
Glasdach der Galeries St. Hubertus in Brüssel, Belgien

Geschichte + Kultur im Schnelldurchlauf

Locals wissen über ihre Heimatstadt meistens am besten Bescheid. Aber nicht jeder hat einheimische Freunde in Brüssel. Gott sei Dank gibt es jedoch hier Free Walking Tours, bei denen man von Locals durch ihre Stadt geführt wird und so die beste Ecken kennen lernt. Die Stadtführung beginnt am Grote Markt und führt je nach Guide an den verschiedenen Sehenswürdigkeiten wie dem Manneken-Pis, der Oper und dem königlichen Palast einschließlich Garten vorbei. Dazu erzählen sie die wichtigsten Infos und lustige Geschichten zu den Gebäuden und Statuen. Für eine solche Tour sollte man rund 2,5 Stunden einplanen.
Hier geht es zur Auswahl der Free Walking Tours von Sandeman (derzeit nur auf Englisch und Spanisch).

 

Grafitti an Häuserwand in Brüssel, BelgienBild von Tim und Struppi an Hauswand in Brüssel, Belgien

Tim und Struppi, die Schlümpfe und Co.

Die Belgier lieben ihre Comics. Da ist es nicht verwunderlich, dass ihre Hauptstadt auch die Comic-Hochburg des Landes ist. Worin sich das zeigt? Es gibt ein Comic-Museum, überlebensgroße Statuen von Comic-Figuren in der Stadt, sogar Hauswände werden damit bemalt. Letzteres findet man stark konzentriert auf dem sogenannten Comic-Strip. Erwarte jedoch nicht zu viel. Es handelt sich hierbei nicht um 100 von Comic-Graffitis an Hauswänden.

 

Sonnenuntergang mit Blick auf Brücke und Fluss Senne in Brüssel, Belgien

Walking by the River

In der Nähe des Comic-Strips liegt die Senne. Wen es, wie mich, in jeder Stadt ans örtliche Wasser zieht, kann hier einen kleinen Spaziergang machen.

 

Graffiti an Hauswand im Europäischen Viertel in Brüssel, Belgien
Mahnmal Malbaek Brüssel, Belgien

Europa hautnah erleben

Brüssel ist nicht nur die Hauptstadt Belgiens, sondern auch die Europas. Deshalb sind hier viele der EU-Institutionen wie das Europäische Parlament angesiedelt. Diese liegen zum Großteil in einem Viertel, welches ihnen seinen Namen verdankt – dem Europaviertel. Hier kann man zu sehen wie Europapolitik geschrieben wird.
Auch hier hat sich vor ein paar Jahren schreckliches zugetan. Damit wir dies nie vergessen, gibt es an der Metro-Station Malbaek eine Mahninstallation.

 

Blick vom Mont des Arts auf die Stadt Brüssel, Belgien

Den Sonnenuntergang über der Stadt genießen

Vom Mont des Arts kann man fast die ganze Stadt überblicken. Gerade zum Sonnenuntergang bietet sich hier ein toller Ausblick, wenn die Sonne orange-rot in die Häuser versinkt. Wahrscheinlich der romantischste Ort für Frischverliebte.

 

Frites speciales: Pommes mit Ketchup, Mayo und Zwiebeln

Fettig und typisch belgisch dinneren

Leider ist Belgien nicht das billigste Land. Wer also etwas seinen Geldbeutel schonen, aber trotzdem typisch belgisch und lecker zu Abendessen möchte, der sollte sich an den nächsten Pommesstand in Brüssel begeben. Belgien ist das Urheberland der fettigen Kartoffelstifte und immer noch großer Liebhaber davon. Daher gibt es sie auch in fast jeder Straße. Dazu gibt es verschiedene Sauce, die auf MAyonnaise basieren. Also an die Fritten, fertig, los!

 

Straße in Brüssel, Belgien mit Fahnen dekoriert

Alles was du über Brüssel wissen solltest im Überblick:

  • Hauptstadt Belgiens und der EU
  • zweisprachig: französisch und flämisch
  • ehemalige Tuchhauptstadt Belgiens
  • auf keinen Fall “French Fries” bestellen! Belgier verstehen das als Beleidigung.
  • übertreib es nicht mit den Toppings auf deiner Waffel. So zeigst du nur, dass du ein Übertouri bist.
  • Pralinen müssen nicht teuer in den Chocolatiers gekauft werden. Auch in den Supermärkten gibt es leckere Varianten, die dazu auch noch ins Budget passen.
  • “ein Bier, bitte” ist hier nicht so einfach – es gibt ca. 1 000 000 verschiedene Sorten. Lass dich einfach vom Barkeeper beraten.
  • ein Tagesticket für die Metro? Lohnt sich auf jeden Fall. Zwar sind die verschiedenen Viertel schön und haben alle ihren eigenen Charme. Wenn man jedoch so viel wie möglich sehen will, sind die Distanzen eher erschöpfend zu Fuß.