Für viele Berliner ist Potsdam eine Weltreise weit weg, obwohl es fast vor der Haustür liegt und perfekt mit der S-Bahn angebunden ist. Zwar hat man in der S7 schon das ein oder andere Mal den Gedanken, man kommt nicht an, dennoch ist die nette Stadt definitiv einen Ausflug wert. In der Marktstadt gibt es nämlich mehr zu sehen als nur das Schloss Sans Souci. So kann man einen entspannten Tag verbringen ohne Langeweile und sich nach dem Großstadttrubel sehen. Doch was genau ist es?

Straßenzug mit alten Häusern mit gepflegten Fassanden, Bäume zäumen Straßenverlauf

alter Platten-Wohnungsbau vor alter Kathedrale in Potsdam

Die Architektur

Wenn man das Zusammenspiel der Architekturstile in Potsdam beschreiben will, trifft es wahrscheinlich “DRR meets Preußen” ziemlich gut. Versteht mich jetzt nicht falsch, das soll hier auf keinen Fall negativ klingen, doch ich finde genau diese Beschreibung trifft es am besten. Hier stehen prunkvolle Gebäude neben Plattenbauten. Und genau das macht das Stadtbild so interessant und schön. Mir persönlich haben es natürlich die Straßen mit den vielen alten Häusern besonders angetan. Gerade auf dem Weg von der Nikolaikirche zum Park Sanssouci findet man diese Straßen. Hier könnte ich stundenlang entlang schlendern und tausende Fotos der tollen alten, aber gepflegten Fassaden machen. Es lohnt sich deshalb zu Fuß zum Park zu gehen. Dort erwartet dich natürlich noch mehr tolle Architektur.

 

Allee mit Bäumen gezäunt im Park Sanssouci in Potsdam, Brandenburg

Der Park

Kein Schloss ohne Park. Mit einem weltweit bekannten Schloss kommt ein riesiger Park in Potsdam. Wer sich jetzt aber denkt, der Park Sanssouci ist einfach nur eine große Wiese mit ein paar Blümchen und Bäumchen, hat falsch gedacht. Denn er beheimatet – neben viel Wiese, Blümchen und Bäumchen – noch viel viel mehr:

Vorgarten mit Treppe, Terasse, Blumenbeeten in den römischen Bädern im Park Sanssouci in Potsdam, Brandenburg

Römischen Bäder

Ein bisschen Caesar in Potsdam? So kommt es einem zumindestens vor. Gleich am Eingang des Parkes befinden sich die römischen Bäder. Im Frühling und Sommer sind die dazugehörigen Vorgärten mit schönen Blumen bepflanzt. Durch das typisch römische Dach fällt hier herrlich das Licht. Wer sich mehr für die Geschichte interessiert kann, die Bäder auch besichtigen

Blick auf Schloss Charlottenhof mit Teich, Säule und Blumenbeeten im Park Sanssouci in Potsdam, Brandenburg

Schloss Charlottenhof

Hier können sich alle Tulpenfreunde und Liebhaber von Springbrunnen eingesäumt von Blumenreihen erfreuen. Das kleine Herrenhaus war ein Weihnachtsgeschenk an Friedrich Wilhelm IV von seinem Vater. Das Schloss bildet den Mittelpunkt des Parks und kann auch besichtigt werden.

Blick auf eines der Hauptgebäude der Uni Potsdam sowie Verbindungsgang zwischen den Gebäuden im Park Sanssouci in Potsdam, Brandenburg

Uni Potsdam

Wäre meine Uni in einem solch schicken Schloss gewesen, wäre ich da wohl noch öfter aufgetaucht. Schon allein der Zwischengang, der die beiden Teile verbindet ist mit seinen vielen Säulen sehr beeindruckend und stellt ein tolles Bild dar. Aber auch Treppen der beiden Gebäude sind zu mehr gebrauchen als als Sitzgelegenheit in der Vorlesungspause.

Blick auf das neue Palais im Park Sanssouci in Potsdam, Brandenburg

Neues Palais

Gegenüber der Potsdamer Universität ist das neue Palais. Als “Partylocation” von Friedrich dem Großen als letztes seiner Potsdamer Schlösser gebaut, war es später ein geliebter Wohnsitz von Wilhelm und seiner Familie. Das ist nur verständlich, wenn man diesen prachtvollen, fast pompösen Palast betrachtet. Wer schon von außen beeindruckt ist, wird das noch mehr von innen sein. Die Innenausstattung läd nur so zum staunen ein.

Blick auf Hauptgebäude des Orangerieschloss mit Pflanzen am Eingang im Park Sanssouci in Potsdam, Brandenburg

Orangerieschloss

Wer Italien mag und Pflanzen, der wird das Orangerieschloss lieben. Hier findet man zwei große Hallen, die als eine Art Gewächshaus für Palmen und manch andere Grünpflanze dienen sowie einen herrlich angelegten Vorhof. Zudem ist der Blick von der Terrasse in den Park ebenfalls nicht zu verachten.

Teich mit Bäumen im Park Sanssouci in Potsdam, Brandenburg

Botanischer Garten

Hobbybotaniker und Pflanzenforscher aufgepasst! Auch in Potsdam gibt es einen Botanischen Garten. Hier können viele verschiedene Pflanzen und Blumen bewundert werden.

Spargel mit Kartoffeln und Sauce hollandaise

Restaurant Drachenturm

Kleine Stärkung oder großer Hunger, aber keine Lust den ganzen Weg durch den Park zurück in die Stadt zu machen? Dann kann ich das Restaurant Drachenturm in der Mitte des Parkes nur empfehlen. Nachdem man ein paar steile Stufen erklommen hat, findet man eine tolles Restaurant mit kleinem Außenbereich wieder. Natürlich ist hier die Inneneinrichtung barock gehalten. Warum Drachenturm? Naja, das Gebäude hat einen Turm, den mehrere Drachen schmücken.
Meine Saison-Empfehlung: Spargel mit Kartoffeln und Sauce Hollandaise.

Blick auf Weinberg mit Treppe zum Schloss Sanssouci in Potsdam, Brandenburg

Schloss Sanssouci

Ein Pflichttermin, wenn man in Potsdam ist: das Schloss Sanssouci. Zwar ist es in Sachen Prunk nicht so beeindruckend wie das neue Palais. Doch der Garten mit der Treppe und Weinreben dazu macht das wieder gut. Natürlich ist das ein beliebter Selfiespot. Verständlich!

 

Blick auf die Havel mit Ausflugsschiff in Potsdam, Brandenburg

Die Havel

Ja ja, die Berliner Potsdam-Gegner werden jetzt sagen “Aber in Berlin gibt’s die Havel auch”. Mag sein! Aber hier in Potsdam bekommt man auch noch saubere Natur und Ruhe dazu. Mit dem gut ausgebauten Ufer kannst du hier lange Flussspaziergänge unternehmen und ein wenig runterkommen vom Großstadttrubel oder auch einfach nur im Park auf der Insel der Freundschaft dir die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Zu lahm? Auf der Havel kann man auch Boot fahren und das in viele Varianten: Tretboot, Paddelboot, Motorboot, Wassertaxi, Schlauchboot und so weiter.

 

Alte Häuserfassaden in der Potsdamer  Innenstadt

Die Schlemmerstraße aka Innenstadt

Traurig aber wahr: in Berlin gibt es irgendwie keine klassischen Eisdielen mehr, in denen man entspannt an einem süßen Tischchen einen Erdbeerbecher mit viel Sahne, Waffel und bunten Schirmchen essen kann. Zumindest finde ich keines. Noch ein Grund, warum ein Tag in Potsdam sich lohnt. In der Innenstadt gibt es gleich mehrere die einem den süß-kalten Eisgenuss bieten. Und das ganz ohne großes Suchen, Google befragen oder vom Straße zu Straße irren. Wer keine Lust auf Eis hat, findet dort auch viele kleine Cafés, Restaurants und Bäckereien. Verhungern muss man in Potsdam also auf keine Fall.